Sichtbarkeit & Google

Lokales SEO: So finden Kunden in Rosenheim, Traunstein und im Berchtesgadener Land Ihren Betrieb

Lokales SEO bedeutet: Wenn jemand in Ihrer Gegend nach Ihrer Leistung sucht, soll er Sie finden, auf der Karte und in den normalen Suchergebnissen. Hier steht, was dafür nach Googles eigenen Regeln zählt.

Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Lokale Ergebnisse bewertet Google nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit.[1]
  • Ihre Website braucht eine klare Standortseite, je eine Seite pro Leistung und überall identische Firmendaten.
  • Ortsseiten sind erlaubt, wenn sie echten lokalen Inhalt haben. Kopierte Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen verstoßen gegen Googles Spam-Richtlinien.[3]
  • Strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness helfen Google, Ihren Betrieb zu verstehen. Pflicht sind Name und Adresse.[2]
  • Ladezeit zählt, aber Relevanz zählt mehr: Gute Core Web Vitals garantieren keine Top-Platzierung.[6]

Was lokales SEO ist und wo es wirkt

Bei einer Suche wie „Zahnarzt Rosenheim“ oder „Heizungsbauer in der Nähe“ zeigt Google meist zwei Bereiche: oben eine Karte mit drei Einträgen aus dem Google-Unternehmensprofil und darunter die normalen Suchergebnisse. Lokales SEO kümmert sich um beide.

  • Kartenbereich: wird vor allem vom Google-Unternehmensprofil gespeist. Die Anleitung dazu steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil optimieren.
  • Normale Ergebnisse: hier zählt Ihre Website. Um sie geht es in diesem Ratgeber.

Für beide Bereiche nennt Google dieselben drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit.[1] Die Website zahlt vor allem auf Relevanz und Bekanntheit ein.

Das Fundament: Eine Website, die Ort und Leistung klar sagt

Google muss in wenigen Sekunden verstehen, was Sie anbieten und wo. Das klappt mit einer einfachen Struktur:

  • Eine Seite pro Leistung. „Badsanierung“, „Heizungstausch“ und „Wartung“ jeweils auf einer eigenen Seite mit eigener Überschrift, statt alles auf einer Leistungsseite zu sammeln.
  • Eine Standort- oder Kontaktseite mit Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Anfahrt und dem Gebiet, in dem Sie arbeiten.
  • Der Ort im Text, wo er natürlich hingehört: im Seitentitel, in der Hauptüberschrift der Startseite und bei Referenzen. Nicht in jeden Satz.
  • Identische Firmendaten. Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Google-Profil und in Branchenbüchern exakt gleich. Google hat dafür keine eigene Regel veröffentlicht, aber abweichende Angaben erschweren die eindeutige Zuordnung und erzeugen leicht Duplikate.[8]

Ortsseiten: Wann sie helfen und wann sie Spam sind

Viele Betriebe arbeiten in mehreren Orten, etwa in Rosenheim, Wasserburg und Bad Aibling. Eigene Seiten für diese Orte sind erlaubt und oft sinnvoll. Google warnt aber ausdrücklich vor sogenannten Brückenseiten: Seiten, die nur für ähnliche Suchanfragen gebaut werden, zum Beispiel viele Seiten für einzelne Städte, die alle auf dasselbe Angebot weiterleiten.[3]

Gute OrtsseiteBrückenseite (Spam)
Echte Projekte aus diesem Ort mit FotosDerselbe Text, nur der Ortsname ist ausgetauscht
Anfahrt, Einsatzgebiet und Besonderheiten vor OrtListe mit 40 Ortsnamen am Seitenende
Kundenstimmen aus dem OrtKeine Information, die es nicht auch auf der Startseite gibt
Wenige Orte, in denen Sie wirklich viel arbeitenJedes Dorf im Umkreis von 50 Kilometern

Strukturierte Daten: LocalBusiness richtig auszeichnen

Strukturierte Daten sind ein unsichtbarer Steckbrief im Code Ihrer Website. Google empfiehlt für lokale Betriebe den Typ LocalBusiness oder einen spezifischeren Untertyp. Pflicht sind name und address, empfohlen unter anderem telephone, url, geo und Öffnungszeiten.[2] Ein vereinfachtes Beispiel:

{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "HousePainter",
  "name": "Malerbetrieb Beispiel",
  "address": {
    "@type": "PostalAddress",
    "streetAddress": "Beispielstraße 1",
    "postalCode": "83301",
    "addressLocality": "Traunreut",
    "addressCountry": "DE"
  },
  "telephone": "+49 8669 000000",
  "url": "https://www.beispiel.de/",
  "areaServed": ["Traunreut", "Traunstein", "Trostberg"]
}

Zwei Hinweise aus Googles Dokumentation: Bewertungssterne dürfen Sie nicht für Ihren eigenen Betrieb auszeichnen, und Google garantiert nicht, dass die Daten angezeigt werden.[2] Sie helfen aber beim Verständnis, auch für KI-Suchen. Mehr dazu im Ratgeber GEO für lokale Betriebe.

Technik: Ladezeit und Bedienbarkeit auf dem Handy

Google misst die Nutzererfahrung mit den sogenannten Core Web Vitals. Seit März 2024 gehört dazu die Reaktionszeit auf Eingaben (INP), die den früheren Wert FID ersetzt hat.[4] Als gut gelten:[5]

MesswertBedeutungGut
LCPWie schnell der größte Inhalt sichtbar istbis 2,5 Sekunden
INPWie schnell die Seite auf Klicks reagiertbis 200 Millisekunden
CLSWie stark der Inhalt beim Laden springtbis 0,1

Google sagt dazu sehr deutlich: Diese Werte fließen ins Ranking ein, aber eine Seite mit dem relevantesten Inhalt kann auch mit schwächerer Technik vorne stehen.[6] Technik ist also Pflicht, aber kein Ersatz für gute Inhalte. Prüfen können Sie Ihre Werte kostenlos mit PageSpeed Insights oder in der Google Search Console.

Bekanntheit aufbauen: Bewertungen, Erwähnungen, Links

Bekanntheit misst Google unter anderem an Links, Erwähnungen im Web und an Bewertungen.[1] Für lokale Betriebe sind die besten Quellen fast immer regional:

  • Einträge in Branchenbüchern mit identischen Firmendaten
  • Vereine, die Sie unterstützen, oder Sponsoring beim örtlichen Sportverein
  • Partnerbetriebe, die sich gegenseitig empfehlen, wie bei unseren Partnern
  • Lokalpresse und Gemeindeblätter, etwa bei einem besonderen Projekt oder einem Firmenjubiläum
  • Kammern und Innungen, die Mitgliedsbetriebe auflisten

Erfolg messen ohne Rätselraten

  • Google Search Console: zeigt kostenlos, bei welchen Suchbegriffen Ihre Seite erscheint, an welcher Position und wie oft geklickt wird.
  • Leistungsdaten im Google-Unternehmensprofil: Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks aus der Karte.
  • Echte Anfragen: Fragen Sie neue Kunden einfach, wie sie Sie gefunden haben. Das ist oft die ehrlichste Kennzahl.

Die Region als Vorteil: Was im Chiemgau anders ist

Wenn Sie lokales SEO nicht selbst machen möchten: Chiemgau Digital bietet lokale Suchmaschinenoptimierung mit festem Maßnahmenumfang und monatlichem Kurzbericht an. Details stehen bei SEO, GEO & Analysen.

Häufige Fragen

Was ist lokales SEO?

Lokale Suchmaschinenoptimierung sorgt dafür, dass ein Betrieb bei Suchen mit Ortsbezug gefunden wird, etwa „Elektriker Traunstein“ oder „Friseur in der Nähe“. Dazu gehören das Google-Unternehmensprofil, eine klar strukturierte Website, identische Firmendaten im Netz und Bewertungen.

Wie lange dauert es, bis lokales SEO wirkt?

Das hängt von Branche, Wettbewerb und Ausgangslage ab. Korrekturen am Google-Profil wirken oft nach Tagen oder wenigen Wochen, neue Inhalte auf der Website meist nach einigen Wochen bis Monaten. Seriöse Anbieter versprechen keine festen Positionen.

Brauche ich für jeden Ort eine eigene Seite?

Nein. Eigene Ortsseiten lohnen sich nur, wenn Sie dort wirklich viel arbeiten und echten lokalen Inhalt zeigen können, etwa Projekte, Kundenstimmen oder Anfahrt. Kopierte Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen wertet Google als Spam.

Was sind Core Web Vitals?

Drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung bewertet: Ladezeit des Hauptinhalts (LCP, gut bis 2,5 Sekunden), Reaktionszeit auf Eingaben (INP, gut bis 200 Millisekunden) und Layout-Stabilität (CLS, gut bis 0,1).

Helfen Google-Bewertungen beim Ranking?

Ja. Google nennt Anzahl und Bewertung der Rezensionen ausdrücklich als Teil der Bekanntheit, die das lokale Ranking beeinflusst. Wichtig ist, alle Kunden zu fragen und keine Anreize zu bieten.

Was sind strukturierte Daten?

Ein standardisierter Steckbrief im Code der Website, meist im Format JSON-LD. Für lokale Betriebe empfiehlt Google den Typ LocalBusiness mit Name, Adresse, Telefon, Website und Öffnungszeiten.

Quellen

Michael Hundsberger

Über den Autor

Michael Hundsberger · Inhaber von Chiemgau Digital

Ich entwickle seit 2010 Websites und Portale und betreue heute vor allem Betriebe im Chiemgau, im Raum Rosenheim und im Berchtesgadener Land. Ich bin externer Datenschutzbeauftragter (IHK) und Google-zertifiziert in „Fundamentals of Digital Marketing“. Jeder Ratgeber ist mit Quellen belegt und wird regelmäßig geprüft.

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