Sichtbarkeit & Google

Google-Unternehmensprofil optimieren: Die Anleitung für lokale Betriebe

Für viele Betriebe im Chiemgau bringt das kostenlose Google-Profil mehr Anrufe als die eigene Website. So richten Sie es richtig ein, so bleibt es sauber, und das hat sich 2025 und 2026 geändert.

Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos. Ein besseres lokales Ranking lässt sich laut Google nicht kaufen.[1]
  • Google rankt lokale Ergebnisse nach drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Zur Bekanntheit zählen auch Anzahl und Bewertung der Rezensionen.[1]
  • Der Firmenname muss der echte Name sein, ohne zusätzliche Suchbegriffe. Wählen Sie die spezifischste Hauptkategorie.[3][4]
  • Bewertungen dürfen Sie aktiv erfragen, aber nicht belohnen und nicht nur bei zufriedenen Kunden.[5] Gefälschte Bewertungen sind auch nach deutschem Wettbewerbsrecht verboten.[6]
  • Die öffentlichen „Fragen und Antworten“ werden schrittweise durch eine KI-Funktion ersetzt. Der Stand für Deutschland ist noch offen.[10]

Warum das Profil so wichtig ist

Wer „Elektriker Traunstein“ oder „Physiotherapie Prien“ sucht, sieht bei Google meist zuerst eine Karte mit drei Betrieben. Diese Einträge kommen aus dem Google-Unternehmensprofil, nicht von der Website. Telefonnummer, Öffnungszeiten, Route und Bewertungen stehen dort direkt, ohne dass jemand Ihre Seite besucht.

Google beschreibt offen, wie diese lokalen Ergebnisse zustande kommen:[1]

  • Relevanz: Wie gut passt Ihr Profil zur Suche? Vollständige, genaue Angaben helfen.
  • Entfernung: Wie weit ist Ihr Betrieb vom Suchenden oder vom gesuchten Ort entfernt?
  • Bekanntheit: Wie bekannt ist Ihr Betrieb? Dazu zählen Links, Erwähnungen im Web sowie Anzahl und Bewertung der Rezensionen.

Auf die Entfernung haben Sie keinen Einfluss. Auf Relevanz und Bekanntheit schon, und genau darum geht es in dieser Anleitung.

Schritt für Schritt: Profil anlegen und bestätigen

  1. Prüfen, ob es schon ein Profil gibt. Suchen Sie Ihren Betrieb in Google Maps. Oft hat Google bereits einen Eintrag angelegt, den Sie übernehmen können. Ein zweites Profil würde ein Duplikat erzeugen.
  2. Profil beanspruchen oder neu anlegen unter business.google.com, mit einem Google-Konto, das dem Betrieb gehört, nicht einem privaten Konto eines Mitarbeiters.
  3. Bestätigen. Google bietet je nach Betrieb Telefon oder SMS, E-Mail, ein Video, einen Live-Videoanruf oder eine Postkarte an. Welche Methode Sie bekommen, entscheidet Google. Die Prüfung dauert bis zu fünf Werktage, der Code auf einer Postkarte gilt 30 Tage.[2]
  4. Grunddaten vollständig ausfüllen (siehe nächster Abschnitt).
  5. Website verknüpfen. Der Link sollte auf eine Seite führen, die genau diesen Standort zeigt. Social-Media-Profile als Website sind nicht erlaubt.[3]

Die Felder, die wirklich zählen

FeldSo machen Sie es richtig
NameGenau der echte Firmenname wie auf Schild und Briefpapier. Zusätze wie „günstig“ oder Ortsnamen sind nicht erlaubt.[3]
HauptkategorieDie spezifischste passende Kategorie, also „Malerbetrieb“ statt „Dienstleister“. Zusätzliche Kategorien nur, wenn sie wirklich zutreffen. Die Kategorie beeinflusst das lokale Ranking.[4]
Adresse oder ServicegebietKommen Kunden zu Ihnen, zeigen Sie die Adresse. Fahren Sie zu den Kunden, blenden Sie die Adresse aus und legen ein Servicegebiet fest. Virtuelle Büros sind nicht erlaubt.[3]
TelefonEine Nummer, unter der wirklich jemand erreichbar ist, möglichst eine lokale.[3]
ÖffnungszeitenInklusive Feiertagen und Betriebsurlaub. Falsche Zeiten kosten Vertrauen und Bewertungssterne.
Leistungen und BeschreibungIn normaler Sprache, was Sie machen und wo. So, wie Kunden suchen, nicht wie es im Gewerbeschein steht.
AttributeZum Beispiel ein barrierefreier Eingang. Einige Attribute stammen aus Angaben von Kunden.[8]
FotosEchte Bilder von Team, Werkstatt, Fahrzeugen und Arbeiten. Regelmäßig neue Fotos zeigen, dass der Betrieb aktiv ist.
Termin- und BuchungslinksPro Kategorie sind ein Link für Speisekarte oder Leistungen und bis zu zehn Links für Termine, Reservierungen oder Bestellungen möglich.[9]

Beiträge: Kleine Arbeit, sichtbares Signal

Über Beiträge können Sie Neuigkeiten, Angebote und Veranstaltungen direkt im Profil zeigen. Nach sechs Monaten werden sie archiviert.[7] Ein Beitrag pro Monat reicht, etwa ein abgeschlossenes Projekt mit Foto oder der Hinweis auf Betriebsurlaub.

Bewertungen: Was erlaubt ist und was nicht

ErlaubtVerboten
Alle Kunden nach einer Bewertung fragen, etwa per Karte, QR-Code oder E-Mail nach dem AuftragRabatte, Geschenke oder Geld für Bewertungen[5]
Auf jede Bewertung sachlich antworten, auch auf negativeNur zufriedene Kunden fragen oder negative Bewertungen abfangen[5]
Einen direkten Link zum Bewertungsformular teilenBewertungen von Mitarbeitern, Verwandten oder Geschäftspartnern[5]
Rechtswidrige Bewertungen bei Google meldenGekaufte oder gefälschte Bewertungen, auch nach dem UWG verboten[6]

Was sich 2025 und 2026 geändert hat

  • Fragen und Antworten: Die Programmierschnittstelle für Fragen und Antworten wurde am 3. November 2025 abgeschaltet.[11] Die öffentliche Funktion wird durch einen KI-Button ersetzt, der aus Profilangaben und Bewertungen antwortet. Google hat das im Dezember 2025 angekündigt. Ab wann das in Deutschland vollständig gilt, ist nicht offiziell bestätigt.[10] Umso wichtiger: Alle Antworten, die Kunden suchen, sollten im Profil und auf der Website stehen.
  • „Ask Maps“ mit Gemini: Google Maps beantwortet in vielen Ländern Fragen per KI. Im August 2026 war das in über 150 Märkten verfügbar, aber noch nicht in Deutschland und der EU.[12]
  • KI in der Google-Suche: KI-Übersichten und der KI-Modus greifen auf dieselben Informationen zu. Wie Sie dort auftauchen, steht im Ratgeber GEO für lokale Betriebe.

Typische Fehler aus der Praxis

  • Doppelte Profile nach einem Umzug, etwa von Traunstein nach Siegsdorf. Das alte Profil als umgezogen markieren, statt ein neues anzulegen.
  • Ortsnamen oder Suchbegriffe im Firmennamen. Das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.[3]
  • Servicegebiet zu groß. Wer von Höslwang bis München alles einträgt, wirkt nicht relevanter. Wählen Sie das Gebiet, in dem Sie wirklich arbeiten.
  • Profil auf einem privaten Konto eines ehemaligen Mitarbeiters. Hinterlegen Sie immer mindestens zwei Personen aus dem Betrieb als Inhaber oder Verwalter.
  • Abweichende Daten. Name, Adresse und Telefonnummer sollten auf Website, Profil und in Branchenbüchern exakt gleich geschrieben sein.

Checkliste zum Abhaken

  • Profil beansprucht, bestätigt und mindestens zwei Personen aus dem Betrieb hinterlegt
  • Echter Firmenname ohne Zusätze
  • Spezifischste Hauptkategorie gewählt
  • Adresse oder Servicegebiet korrekt
  • Öffnungszeiten inklusive Feiertagen gepflegt
  • Leistungen und Beschreibung in Kundensprache
  • Mindestens zehn echte Fotos
  • Website-Link auf die passende Standortseite
  • Ein Beitrag pro Monat
  • Alle Bewertungen beantwortet

Was das für Betriebe im Chiemgau bedeutet

Häufige Fragen

Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?

Nein. Das Profil ist kostenlos. Laut Google lässt sich ein besseres lokales Ranking auch nicht kaufen. Bezahlte Anzeigen sind ein eigenes Produkt und werden als Anzeige gekennzeichnet.

Wie bestätige ich mein Google-Unternehmensprofil?

Google bietet je nach Betrieb Telefon oder SMS, E-Mail, Video, einen Live-Videoanruf oder eine Postkarte an. Die Methode legt Google fest. Die Prüfung dauert bis zu fünf Werktage.

Warum wird mein Betrieb bei Google Maps nicht angezeigt?

Häufige Gründe: Das Profil ist nicht bestätigt, die Kategorie passt nicht zur Suche, es gibt Duplikate, oder andere Betriebe sind näher am Suchenden und bekannter. Prüfen Sie zuerst Bestätigung, Kategorie und Vollständigkeit.

Darf ich für Google-Bewertungen einen Rabatt geben?

Nein. Google verbietet Anreize wie Rabatte, Geschenke oder Geld für Bewertungen. Erlaubt ist, alle Kunden um eine ehrliche Bewertung zu bitten.

Kann ich negative Bewertungen löschen lassen?

Nur wenn sie gegen die Google-Richtlinien oder geltendes Recht verstoßen, etwa bei Beleidigungen oder wenn nie ein Kundenkontakt bestand. Dann können Sie die Bewertung melden. Sonst hilft eine sachliche, freundliche Antwort mehr als jede Löschung.

Was ist mit den Fragen und Antworten passiert?

Google ersetzt die öffentlichen Fragen und Antworten schrittweise durch eine KI-Funktion, die aus Profil und Bewertungen antwortet. Ab wann das in Deutschland vollständig gilt, ist noch nicht offiziell bestätigt.

Quellen

Michael Hundsberger

Über den Autor

Michael Hundsberger · Inhaber von Chiemgau Digital

Ich entwickle seit 2010 Websites und Portale und betreue heute vor allem Betriebe im Chiemgau, im Raum Rosenheim und im Berchtesgadener Land. Ich bin externer Datenschutzbeauftragter (IHK) und Google-zertifiziert in „Fundamentals of Digital Marketing“. Jeder Ratgeber ist mit Quellen belegt und wird regelmäßig geprüft.

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