Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Baukästen kosten laut Stiftung Warentest etwa 100 bis 200 Euro im Jahr. Im ersten Jahr ist es oft deutlich günstiger, danach teurer.[1]
- Ein Baukasten reicht für eine einfache Visitenkarte, wenn Sie Zeit haben und Texte und Fotos selbst liefern.
- Größter Nachteil ist die Bindung: Eine Wix-Website lässt sich nicht zu einem anderen Anbieter exportieren, bei Squarespace nur teilweise.[3][4]
- Ein Webdesigner lohnt sich, wenn die Website Anfragen bringen soll, Funktionen wie Buchung braucht oder Sie keine Zeit für Technik haben.
- Ein Mietmodell verbindet beides: feste Monatsrate wie beim Baukasten, aber individuell gebaut und betreut.
Die kurze Antwort
Ein Baukasten ist eine gute Wahl, wenn Sie eine einfache Visitenkarte im Netz brauchen, ein kleines Budget haben und gern selbst Hand anlegen. Ein Webdesigner ist die bessere Wahl, wenn die Website ein Verkaufsinstrument sein soll: wenn sie bei Google gefunden werden, Anfragen bringen oder Termine buchen soll.
Was ein Baukasten wirklich kostet
Die Stiftung Warentest hat 2024 sechzehn Homepage-Baukästen getestet. Die meisten kosteten etwa 100 bis 200 Euro im Jahr. Ein Anbieter kostete im ersten Jahr gut 40 Euro, danach mehr als das Achtfache.[1] Testsieger waren Jimdo und Wix mit der Note 2,1.[1]
Ein Beispiel für typische Einstiegsangebote ist IONOS MyWebsite. Laut offizieller Preisseite (inklusive Mehrwertsteuer, Stand Oktober 2026):[2]
| Tarif | Einstiegspreis | Gilt für | Durchgestrichener Preis |
|---|---|---|---|
| Starter | 6 € / Monat | 6 Monate | 12 € / Monat |
| Plus | 1 € / Monat | 12 Monate | 18 € / Monat |
| Pro | 18 € / Monat | 6 Monate | 33 € / Monat |
Viele internationale Anbieter wie Squarespace oder WordPress.com nennen ihre Preise in US-Dollar, oft bei jährlicher Zahlung und ohne Steuern.[6][7] Rechnen Sie deshalb immer mit dem Preis ab dem zweiten Jahr und mit allen Zusatzkosten wie Domain oder Buchungsfunktion.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Baukasten | Webdesigner |
|---|---|---|
| Kosten | Niedrige Monatsraten, steigend nach dem Einstiegszeitraum | Höherer Einmalbetrag oder feste Monatsrate |
| Zeitaufwand für Sie | Hoch: Sie bauen, schreiben und pflegen selbst | Gering: Sie liefern Informationen und geben frei |
| Design | Vorlagen, die viele andere auch nutzen | Individuell auf Betrieb und Zielgruppe zugeschnitten |
| Google und KI-Suche | Grundfunktionen vorhanden, Feinsteuerung oft begrenzt | Struktur, Inhalte und Technik gezielt auf Sichtbarkeit ausgelegt |
| Funktionen | Was der Anbieter anbietet, oft gegen Aufpreis | Was Ihr Betrieb braucht, auch Sonderwünsche |
| Datenschutz | Abhängig vom Anbieter, oft Server außerhalb der EU | Hosting in der EU frei wählbar |
| Umzug | Je nach Anbieter schwierig oder unmöglich | Bei sauberem Vertrag gehören Dateien und Zugänge Ihnen |
| Ansprechpartner | Support per Chat oder E-Mail | Eine Person, die Ihren Betrieb kennt |
Die unterschätzte Falle: Sie kommen schwer wieder raus
Bei Wix steht es in der Hilfe deutlich: Eine Wix-Website muss auf den Servern von Wix betrieben werden und lässt sich nicht zu einem anderen Anbieter exportieren.[3] Bei Squarespace ist nur ein teilweiser Export möglich. Design, eigenes CSS, Shop- und Portfolio-Seiten sowie Videoblöcke werden nicht mitgenommen.[4]
Das ist kein Problem, solange Sie zufrieden sind. Es wird teuer, wenn der Anbieter die Preise erhöht, eine Funktion fehlt oder Sie später doch professionelle Hilfe wollen. Dann wird die Website in der Regel komplett neu gebaut.
Datenschutz bei US-Anbietern
Viele bekannte Baukästen kommen aus den USA. Datenübermittlungen in die USA sind derzeit über das EU-US Data Privacy Framework abgesichert, das das Gericht der EU im September 2025 bestätigt hat.[5] Gegen dieses Urteil läuft allerdings ein Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof.[8] Prüfen Sie deshalb, ob Ihr Anbieter zertifiziert ist, und binden Sie die passenden Angaben in Ihre Datenschutzerklärung ein. Die Stiftung Warentest bemängelte 2024 bei einem Anbieter Mängel in der Datenschutzerklärung und den Geschäftsbedingungen.[1]
Wann ein Baukasten völlig reicht
- Sie brauchen eine Visitenkarte im Netz: wer Sie sind, was Sie machen, wie man Sie erreicht.
- Keine Online-Buchung, kein Shop, keine besonderen Funktionen.
- Sie haben Freude daran und Zeit, selbst Texte zu schreiben und Fotos auszuwählen.
- Neue Kunden kommen vor allem über Empfehlungen, nicht über Google.
- Sie können damit leben, später eventuell neu zu bauen.
Wann sich ein Webdesigner lohnt
- Die Website soll bei Google und in KI-Antworten gefunden werden und Anfragen bringen.
- Sie brauchen Funktionen wie Terminbuchung, Anfrageformular mit den richtigen Fragen oder einen Kundenbereich.
- Sie wollen sich nicht mit Technik, Updates, Rechtstexten und Barrierefreiheit beschäftigen.
- Ihr Betrieb soll sich sichtbar von der Konkurrenz abheben.
- Sie möchten einen festen Ansprechpartner, der Ihren Betrieb kennt.
Der Mittelweg: Website mieten
Zwischen Baukasten und Einmalkauf gibt es das Mietmodell: Sie zahlen eine feste Monatsrate, bekommen aber eine individuell gebaute Website mit Hosting, Domain und technischer Wartung. Bei Chiemgau Digital beginnt das bei 69,90 Euro netto im Monat. Was das über drei Jahre im Vergleich zum Kauf kostet, steht im Ratgeber Was kostet eine Website?
Fünf Fragen für Ihre Entscheidung
- Wie viele Stunden kann und will ich in den nächsten drei Jahren in meine Website stecken?
- Soll die Website neue Kunden bringen oder nur bestehende informieren?
- Brauche ich Buchung, Shop oder andere Funktionen, jetzt oder in zwei Jahren?
- Was kostet der Baukasten ab dem zweiten Jahr mit allen Zusatzfunktionen?
- Was passiert, wenn ich den Anbieter wechseln möchte?
Was das für Betriebe im Chiemgau bedeutet
Häufige Fragen
Ist Wix DSGVO-konform?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Datenübermittlungen in die USA sind derzeit über das EU-US Data Privacy Framework möglich, wenn der Anbieter zertifiziert ist. Sie müssen die Datenschutzerklärung anpassen und für nicht notwendige Cookies eine Einwilligung einholen. Gegen die Bestätigung des Rahmens läuft ein Verfahren beim Europäischen Gerichtshof.
Kann ich meine Wix-Website zu einem anderen Anbieter umziehen?
Nein. Laut Wix-Hilfe muss eine Wix-Website auf den Servern von Wix betrieben werden und kann nicht exportiert werden. Bei einem Wechsel wird die Website in der Regel neu gebaut.
Was kostet ein Homepage-Baukasten im Jahr?
Laut Stiftung Warentest kosten die meisten Baukästen etwa 100 bis 200 Euro im Jahr. Achten Sie auf Einstiegsangebote, die nach dem ersten Jahr deutlich teurer werden.
Sind Baukasten-Websites schlecht für Google?
Nicht grundsätzlich. Die Grundfunktionen für Suchmaschinen sind meist vorhanden. Grenzen gibt es oft bei Ladezeit, Struktur und Feineinstellungen. Entscheidend sind am Ende gute Inhalte und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil.
Wann lohnt sich ein Webdesigner?
Wenn die Website neue Kunden bringen soll, Funktionen wie Online-Buchung braucht oder Sie keine Zeit für Technik, Updates und Rechtstexte haben. Dann ist der Zeitgewinn meist mehr wert als der Preisunterschied.
Was ist besser: Baukasten oder WordPress?
WordPress ist flexibler und lässt sich zu jedem Anbieter umziehen, braucht aber regelmäßige Updates und mehr technisches Wissen. Ein Baukasten ist einfacher, bindet Sie aber an den Anbieter. Für Betriebe ohne Technikinteresse ist eine betreute Lösung oft die stressfreieste.
Quellen
- Deutsche Handwerks Zeitung über Stiftung Warentest: Homepage-Baukästen im Test (Test 2/2024)
- IONOS: Homepage-Baukasten MyWebsite – Preise – Preise inkl. MwSt., Stand Oktober 2026
- Wix Hilfe: Website von Wix exportieren oder an anderer Stelle einbetten
- Squarespace Help: Exporting your site
- Heuking: EuG bestätigt Wirksamkeit des EU-US Data Privacy Framework (September 2025)
- Squarespace: Preise
- WordPress.com: Preise
- Digital Policy Alert: Rechtsmittel C-703/25 P gegen das EuG-Urteil zum Data Privacy Framework
Alle Quellen zuletzt geprüft am 26. Oktober 2026.



